Kein Krieg
(T. & M.: Hartmut Engler / Ingo Reidl)
Kinderhände malen
Bomben auf ein Blatt Papier
und ein rotes Fragezeichen, keiner kann doch was dafür.
Die Guten und die Bösen, die Rollen sind verteilt,
das Drehbuch hdlt mit Sicherheit kein Happy-End bereit.
Das Fadenkreuz im Bildschirm und dann ein heller Knall.
Nur streng geschminkte Ahnungen vom wirklichen Verfall.
Das Meer schldgt hohe Flammen, und schwarze Wolken ziehn,
und mehr als sonst sieht man, die Leute leise betend knien.
Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht,
im Teufelskreis der Waffen
wird gestorben und gerdcht.
Kein Krieg ist edel,
kein Krieg lebt von Mut,
er ist unvorstellbar grausam
und auch f|r sogenannten Sieger nur zum Verlieren gut
Unschuld ölverklebter Federn, die Welt verliert die Schlacht,
bis nicht mal mehr Profitgier unseren Todeshändlern lacht.
Haßgeimpft im Wüstensand, im Herzen schon das Gift,
bis kein Mensch mehr am Leben bleibt und dann erst Frieden ist.
Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht,
im Teufelskreis der Waffen
wird gestorben und gerdcht.
Kein Krieg ist edel,
kein Krieg lebt von Mut,
er ist unvorstellbar grausam
und auch für die sogenannten Sieger zu viel verlorenes Blut
Schlimmer als ein Alptraum, Tote werden nicht mehr wach.
Die Bauern sind zuerst vom Feld bei dieser Art von Schach.
Kinderhdnde malen einen, der den Krieg verlor.
Im Radio läuft ,,Brüder”, und ich stell’s mir gerade vor.
Nie mehr vergossenes Blut, kein Herz mehr blind.
Stell dir vor, da_ Br|der endlich Brüder sind. Stell’s dir vor.
Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht,
im Teufelskreis der Waffen
wird gestorben und gerächt….
PERVERSE FUEHRER
(World Trade Center)
Perverse Fuehrer in Allahs Namen:
im Kopf nur die Hoelle, in Ewigkeit Amen.
Verherrlicht den Tod, seid blind fuer das Leben:
Das kann euch Allah nicht Vergeben!
Perverse Fuehrer, in Christi Namen:
dealt auch mit der Hoelle, ohne Erbarmen.
Verwurstet die Menschheit, am liebsten global;
Hauptsach’ reich und Erfolg: das ist eure Moral.
Und wir? Da haeng’n wir im Dornengestruepp
von Hoellenmoral oder Monsterglueck,
was den einen beglueckt, weil’s den andern erstickt,
und wer’n selber langsam pervers und verrueckt.
Und traeumen doch alle vom Paradies.
Und wissen alle, was das ist.
Ham’s alle schon mal erlebt und gesehn.
Es ist ja da. Man kann hingehn.
Doch nicht mit Krieg und Hass und Rache.
Denn Leben ist eine heilige Sache.
Das zu erkennen, sind wir vielleicht hier.
Und wenn wir kaempfen, dann nur dafuer. Dann nur dafuer.
Klaus der Geiger
Lesley Stahl: Wir haben gehört, daß eine halbe Million Kinder gestorben sind (wegen der Sanktionen gegen den Irak). Ich meine, das sind mehr Kinder, als in Hiroshima umkamen. Und – sagen Sie, ist es den Preis wert?“
US-Außenministerin Albright: „Ich glaube, das ist eine sehr schwere Entscheidung, aber der Preis – wir glauben, es ist den Preis wert.“
(Interview mit der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright in der Fernsehshow „60 Minuten“ am 12. Mai 1996, zitiert nach Junge Welt, 29.9.2001)
Die Attacken der Terroristen waren enorm grausam. Im Vergleich aber kommen sie an das Ausmaß anderer Gräuel nicht heran, beispielsweise an Clinton’s Bombardierung des Sudan ohne glaubhaften Vorwand, wobei die Hälfte der pharmazeutischen Vorräte des Landes zerstört wurde und auch eine unbekannte Zahl von Menschen getötet wurde (niemand kann sagen wieviele, da die USA eine Untersuchung durch die Vereinten Nationen blockierten und sich weiter niemand darum scherte, der Sachlage auf den Grund zu gehen).
(Noam Chomsky, zitiert nach Graswurzelrevolution Oktober 2001)
Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jedermann wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.
Mark Twain – ‚Der geheimnisvolle Fremde,‘ 1916, Kapitel 9 v
In dieser Zeit kann es keine Regierungs- und keine Oppositionsparteien mehr geben, sondern nur noch Deutsche.
(Guido Westerwelle, FDP-Boss, nach den Anschlägen)
Den Dschihad (“Heiligen Kreig”) gibt es im Christentum auch: Bush verkündet ihn nur mit anderen Wort – aus einem christlichen Hintergrund heraus.
(Oliver C. Pfannenstiel in AlLIGAtor 10/01, Zeitung der Grünen Liga)
Und selbst den Sport erreicht die Gleichschaltung:
Der Boxkampf zwischen Sven Ottke und dem Australier Anthony Mundine wurde abgesagt, nachdem Mundine die USA kritisierten. Nun darf er nicht mehr antreten …
(Quelle: FR, 23.10.2001)
Hier folgt eine Presseinfo der Gruppe Landfriedensbruch, die offenbar heute an einen Presseverteiler verschickt wurde.
Zu den Anschlägen in den USA
Krieg ist überall! Darum: Gewaltinstitutionen abschaffen!
Die Aufregung über die Anschläge in den USA überdecken den
weltweiten Terror von Ausbeutung, Diskriminierung und Herrschaft
Jede Gewalt, die Herrschaftsverhältnisse schafft oder festigt, ist falsch. Die Selbstbestimmung der Menschen, ihr Recht auf ein freies und schönes Leben sind Werte, die unantastbar sind. Daher sind politische Aktionsformen, die dieses Recht auf Selbstbestimmung angreifen, niemals emanzipatorisch und nur als Akt der persönlichen oder kollektiven Notwehr verständlich.
Diese Bedingungen lagen weder bei den Anschlägen in den USA vor noch liegen sie beim täglichen Terror im Namen des Profit und der Herrschaft von Religionen, Nationen oder Organisationen vor.
Die Anschläge in den USA haben keinen Krieg eröffnet. Vielmehr ist der Krieg als Kampf gegen das Menschliche immer und überall existent. Er reicht von den großen Bombardements im Irak oder in Jugoslawien über die Organisierung von Bürgerkriegen bis zu den Diskriminierungen, Abschiebungen, dem Hungertod, der Folter, dem Entzug der Lebensgrundlagen, der Zerstörung der Umwelt und der Ausbeutung als Arbeits oder Reproduktionskraft im Namen von Kapital und Nation. Dieser Krieg hat US Städte erreicht. Die Grausamkeit von Krieg, nun von AmerikanerInnen am eigenen Leib erfahren, ist nur näher gerückt. Doch sie sich für die meisten Menschen der Welt schon immer existent.
Die Reaktionen der Politik nach den Anschlägen sind Heuchelei. Die Selbsterklärung der NATO zu einem Verteidigungsfall übersieht, daß die NATO längst Krieg führt. Weltweit.
Die Anschläge von New York und Washington bieten nur eine Chance: Zu begreifen, warum Gewalt als Form der Gesellschaftsgestaltung nicht richtig ist. Gesellschaft muß aus dem freien Willen der Menschen in freien Kooperationen entstehen. Organisationen, die Gewalt systematisch organisieren, stehen einer freien Gesellschaft entgegen. Die Menschen selbst müssen das Leben bestimmen. Das Land, die soziale Interaktion, die Kommunikation, die Produktionsmittel – all das muß ihnen selbst gehören.
Weg mit der NATO! Weg mit allen religiösen Organisationen! Weg mit allen Grenzen! Weg mit dem Markt und den Marktinstitutionen! Kei neues Pentagon und World Trade Center aufbauen!