Den Infoladen virun der Dir?

No 8 Joer soll et also ferdeg sin mam Infoladen Schréibs an der Kulturfabrik Esch, ex-Schluechthaus. Den Infoladen as eng Plaz wou Leit sech kennen begeinen, wou ech och selwer Leit begeint sinn, elo schwetzen ech vu mir. Ech hun emmer font, dat des Plaz eng speziell Aura hat, eng Atmospher, an der villes meiglech as, an eng Art lescht Bastioun vun der sozial- an kulturkritescher Jugend, an der een op Ideen kennt an des och emsetzen kann. Bestemmt hun vill Leit dat ähnlech emfont.

Nodeems mer eis als Queesch Gedanken gemaach hun iwwert d’Wunnen, an eis dobai Gedanken gemaach hun iwwert de Raum an seng sozioekonomesch Topologie, mengen ech datt et hei erem eng Keier net aanescht as, wei an allen aaneren groussen Stied get den ehemols besaatenen Frairaum vun der Jugend an der Konscht iergendwann akkapareiert vun der Bourgeoisie, zu der des selwecht Jugend ginn as, an dei elo hei an engem schicken Restaurant kann zu metteg iessen. Den Dilemma as awer, dat et an desem Land op manst net mei vill Flecken gin, dei nanet akkapareiert gi sin.

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Filed under: Fric Machine,Housing — Tags: , , — Neckel - 30 April 2010 13:30

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Lesung: Dirk Bernemann

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21. Oktober 2009 in Luxemburg-Stadt (Luxemburg) im Konschthaus beim Engel [infos]

22. Oktober 2009 in Esch-s-Alzette (Luxemburg) im Infoladen Schreibs in der Kulturfabrik [infos]

23. Oktober 2009 in Wiltz (Luxemburg) im Präbelli [infos]

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Filed under: Culture — Tags: , , , — farzel - 20 September 2009 17:06

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Der Infoladen „Schreibs“ – Gegenbild bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse?

Präambel

Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg. Was wir Weg nennen, ist unser Zögern. Franz Kafka

Impuls und Mitschuldtragender zu dieser längst fälligen, nie verfassten Abhandlung über den Werdegang des Infoladens, ist gewiss auch der mir zu Gesicht gekommene, mit Vorsicht verfasste Satz, im Editorial der letzten Queesch „Der Weg kann das Ziel sein“.

Meines Verständnisses nach, wollte der Urheber dieses Editos u.a. darauf hinweisen dass Visionen, Träume, Vorstellungen… eine wichtige Kraft – für den Kampf gegen Militarisierung, Patriarchat, Ausgrenzung, Intoleranz, Profit, Speziezismus und den Ökozid sind; oder um einen Kampf in dem die Menschen selbstbestimmt leben, also nicht Profit, Kapital und Militär, Erwachsene über Kinder, Männer über Frauen, die Westliche Welt über den ganzen Rest regieren – sind.

Mensch trägt der Sache (welche ich in diesem Kontext bewusst nicht weiter definiere) selbst, für die mensch einsteht und kämpft aber nicht Genüge, wenn diese bloß mittels der Phrase z.B. für Emanzipation oder so ähnlich abgetan wird. Ich denke dass der Infoladen bzw. die Infoläden eine einzige Gegenstrategie im gesamten Spektrum des Kampfes um Akratie stellen, und dass mensch um seine libertären Ansprüche nicht drum rumkommt.

Gegen Herrschaft“ und „für Emanzipation“ zu sein, um es bei diesem Beispiel zu belassen, reicht alleine nicht aus. Nebenbei sei gesagt dass eh heut jeder sich dessen bewusst ist, dass Herrschaft nicht mehr nur primär auf persönlich ausgeübter Macht fundiert ist, sondern dass diese sich auf viel subtilere Weise kundtut, nämlich bereits strukturell verankert ist. Das wogegen und wofür es sich lohnt sich einzusetzen, muss inhaltlich genauer bestimmt werden und entsprechend den realen, vorzufindenden Situationen angepasst werden. Ohne den Autor und Freund der Bemerkung „Der Weg kann das Ziel sein“ anzugreifen, finde ich diesen Satz unsinnig und gefährlich, dies umso mehr er in engem Zusammenhang oder vielmehr im Kader mit dem Infoladen genannt wird. (Die Queesch ist ja eigentlich ein vom Infoladen injiziertes Projekt). Steht diese Behauptung nicht etwa in ein und derselben Logik derer Zufolge es zur Normalität zu gehören scheint dass mensch keine klaren Ziele und Positionen mehr hat? Wird hier die Ziellosigkeit selbst zum Ziel? Dabei sein ist alles? Heißt das etwa dass das Infoladenprojekt, in diesem Kontext wohlverstanden, bereits durch dessen Existenz ein politischer Erfolg ist? Und das auch ohne Ergebnisse? Werden somit nicht Prozesse zum Selbstzweck? Eins ist klar, ich möchte hiermit keinesfalls diejenigen Menschen in Lethargie stürzen welche sich den Arsch aufgerissen haben dieses und noch viele andere Projekte ins Leben gerufen zu haben. Andererseits denke ich dass ich hier einen Haufen gerechtfertigter Fragen aufgeworfen haben, von denen meines Erachtens das Versagen oder die Fortsetzung des Infoladen abhängen wird.

Sicherlich ist jeder Mensch, wenn nach dem Motto gearbeitet wird, der Weg ist das Ziel (bewusst umformuliertes, von dem eingangs originalgetreuen Zitat) zufriedengestellt und glücklich, denn ohne Ziel ist der Weg die reine Orientierungslosigkeit; entstehen Ergebnisse nach dem Zufallsprinzip; kann mensch das Erreichte an nix messen da ja die Wertemaßstäbe fehlen; wusste eh niemand so recht wo es hingehen sollte. Klar also dass alle zufrieden nach Hause gehen können; wer kein Ziel hat, kann nun mal keines verfehlen.

Indes sollte mensch mich nicht so verstehen dass ich Verfechter der Theorie „der Zweck heiligt die Mittel“ bin. Vielmehr denke ich dass der Weg, und hier ist wiederum die Voraussetzung dass mensch ein Ziel hat, dem Ziel entsprechen sollte. Aber auch diese Formulierung stellt sich in vielen Situationen als fraglich heraus. (so zum Beispiel bei der umstrittenen Gewaltfrage, welche sich nicht unabdingbar für den Infoladen selbst stellt, als vielmehr für die Aktionsformen der am Infoladen beteiligten Teilgruppen. Wobei Gewalt wiederum eine Frage der Definition ist, meist von den herrschenden Klassen diktiert…) Nachstehend kommen nun Dokumentation und Ausführung meiner Lehren und Schlussfolgerungen die ich seit Bestand des Infoladens und meines persönlichen politischen Engagements gezogen haben, wohlwissend dass die eine oder andere Forderung subjektiven Gehaltes ist. Sie sollen als Diskussionsvorlage dienen, Konsequenzen zu ziehen und diese in die Praxis umzusetzen. Ich bitte im Vorfeld um Verständnis wenn einzelne Punkte, je nachdem, in vernachlässigter Form oder nur bedingt bzw. überhaupt nicht behandelt werden. Dies hat u.a. damit zu tun dass die Ausarbeitung eines solchen Textes ein enormer Energieaufwand ist, zum Anderen dass ich teilweise an meine Grenzen gestoßen bin bzw. dass vieles auch mir nicht sichtbar ist, demzufolge diese Abhandlung sich jedem absoluten und totalem Anspruch entzieht. An euch Formulierungen, Vorstellungen und Vorschläge konstruktiv mitzugestalten und zu vervollständigen. Über Visionen, Selbstorganisation und Gegenstrategien

Der Infoladen als Netzwerk diversen Organisationen und unterschiedlichen Individuen Infrastrukturen und Material zur Verfügung stellend, ermöglicht sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen aus den diversen Teilbereichsbewegungen unter eigenem Namen in ihm (dem Infoladen) mitzuwirken. Gemeinsame, innerhalb der Infoladenstruktur getroffene, Beschlüsse gelten so nicht automatisch für alle am Netzwerk (bitte nicht vergessen dass es sich nicht um einen Verband handelt) beteiligten Gruppen und Personen. Wichtig ist also zu wissen dass die diversen mitbeteiligten Personen und Gruppen nicht weisungsabhängig sind. Einzelpersonen, als auch Organisationen sind eigenständig und im Infoladen korporativ Mitglied.

Infoladenarbeit ist keine Freizeitbeschäftigung. Selbstdefinierte Ziele müssen auf jeden Fall angegangen werden. Die Ausarbeitung umfassender Konzepte ist somit unentbehrlich. Einfache, erfolgsorientierte Aktionen sind schön, bringen uns auf Dauer den selbstgesteckten Zielen nicht näher. Für diejenigen der Infoladen eine nette Feierabendbeschäftigung ist und auf kurzfristige Erfolgserlebnisse abzielen, sollen gefälligst Kegeln gehen. Dauerhafte Lösungen müssen angestrebt werden. Menschen mit Mut zu umfassenden und kreativen Aktionen braucht der Infoladen. Leute auf der Suche nach öffentlicher Anerkennung müssen ihren Einfluss auf den Infoladen verlieren, weil diese zu einer Entradikalisierung beitragen.

Utopien haben die Eigenschaft dass sie nicht von alleine passieren. Sie werden nur real, wenn Menschen für ihre Verwirklichung aktiv werden. Eine primäre Bedeutung des Infoladens liegt in seiner Aktionsfähigkeit, welche es gilt zu erkennen und zu stärken. Dies Vorhaben kann jedoch nur gelingen wenn die Anbiederung der Mächtigen fortbestehend inhibiert werden kann. Wir werden im Laufe des Textes ansatzweise sehen inwiefern Anpassung, Abhängigkeit und Verfilzung zwischen Infoladen, Staat und Wirtschaft zum einen wider das intern demokratische Funktionieren stoßen bzw. wie emanzipatorische Ansätze in der Praxis dadurch gelähmt werden. Unterdessen gilt es auch zu beachten dass ideelle Leere, als auch mangelnde Konsequenz seitens der Beteiligten, ob Einzelpersonen oder Organisationen, unter Umständen Ursprung von Passivität und Nichtstun sind, bzw. zum Versagen des Projektes Infoladen beitragen. Dem immanenten Risiko des Umgreifens von Opportunismus und Abstumpfen in den eigenen Reihen muss Einhalt geboten werden, indem der Mangel an selbstgesteckten Zielen aufgehoben wird.

Absolute Notwendigkeit sind klar formulierte Ziele, welche über die herrschaftsstrukurenanerkennende Realpolitik hinausgehen und perspektivische Entwürfe beinhalten. Infolgedessen müssen Einzelmaßnahmen, Projekte und Aktionen Teil dieser Ziele sein. Sie müssen sich quasi von diesen Richtzielen ableiten lassen, ihnen aber auf keinen Fall widersprechen. Die gesetzten Ziele werden zur „Anleitung“ für die Alltagspraxis. (Der Weg soll dem Ziel entsprechen) Eine möglichst exakte und autokritische Analyse verhilft manchmal dazu das Umsetzen der Ziele zu verbessern bzw. Klarheit zu schaffen und Fehler für die Zukunft zu vermeiden, nicht zu wiederholen.

Werden Ziele und Forderungen klar formuliert, so schafft dies in der Regel radikale Positionen. Sind wir damit überhaupt konsensfähig? Darauf kann ich nur antworten: „Warum sollten wir denn von Beginn an die Kompromissposition vorweisen müssen?“ Mensch kommt nicht umhin die Bildung zentraler Strukturen, folglich durch deren Beständigkeit hierarchische Ordnungen bzw. Untergliederungen (formell oder informell) entstehen, permanent zu hinterfragen, bestenfalls ihnen zu entsagen. In diesem Zusammenhang stellt sich für mich auch die Frage inwiefern „nationale Freiwillige“ zur Erschaffung zentraler Strukturen beitragen, dies nicht ohne Inbetrachtnahme der Passivität seitens der anderen Ehrenamtlichen, resp. die daraus resultierende Übertragung von Verantwortung vieler Nichthauptamtlichen auf diese Person. Hierarchisierung, als auch der Bürokratisierung sollen beständig entgegengewirkt werden. Zum Einen da sie wirksame Arbeit hemmen und die Aktionsfähigkeit hemmen. Zum Anderen da diese Prozesse maßgeblich zur Schaffung zentraler Positionen beitragen, welche alsdann (meistens) von einzelnen Personen übernommen werden. Je nach Person, können solche Postenbesetzungen sich aktionsverhindernd auf die gesamte Struktur auswirken. Ein kruzialer Punkt sind die Entscheidungskompetenzen des/der Hauptamtlichen und inwiefern Ehrenamtliche (mit Ehrenamtlichen sind im Grunde genommen alle TeilnehmerInnen gemeint) dieser ein Gegengewicht stellen. Stellt sich das Engagement der anderen zusehends zurück, wird es zur Selbstverständlichkeit Verantwortung und Arbeitsprozesse auf die Hauptamtlichen zu übertragen, so mag sich die Gewichtung auf Hauptamtlichenstrukturen langfristig negativ auf den Demokratisierungsprozess auswirken. Hauptamtliche stellen nun mal keine Lösungsansätze für bestehende Probleme. Mensch riskiert im Gegenteil dadurch dass sich der Organisationsaufbau des Infoladen unerwünschten und zutiefst verhassten Strukturen angleicht und dass sich die Einflussnahme von Außen aufbaut. Wie bleiben dem Infoladen somit auf Dauer die Möglichkeiten erhalten unabhängig zu handeln resp. Stellung zu beziehen?

Staatliche und ähnliche Zuschüsse sind ein unbequemes Kapitel. Einerseits müssen hier gute Absichten mit einer eventuellen Gefährdung der Autonomie des Projektes abgewichtet werden. Ist von solchen Zuwendungen die Rede müssen wir uns stets die Frage stellen, ob es sich bloß um Projektgelder handelt, z.B. für die Queesch oder zur Vorbereitung einer Demo, eines Events…, oder aber werden diese Gelder auch für den Fortbestand des Infoladenprojektes als solchem verwendet – was jedenfalls für mich ein qualitativer Sprung ist. Überlegungen zur totalen Unabhängigkeit sollten eh dominieren.

Zudem stellt jede Art von Sponsoring die eigene Glaubwürdigkeit in Frage. Verkaufen wir damit nicht ein Teil unserer Ideale? Ist Sponsoring nicht immer mit einer Positivdarstellung des Geldgebers verbunden? Andererseits inwiefern schränkt der Verzicht auf staatliche Förderungen unsere Arbeit ein? Darf das überhaupt der Fall sein?

Thematische Netzwerke schaffen, bzw. Arbeitskreise einerseits bietet dies eine Eventualität die Zahl der Aktiven zu erhöhen, andererseits besteht die Möglichkeit Themen stetig auf einem mehr oder minder aktuellen Stand zu halten. Mal ganz davon abgesehen dass dies die politische theoretische Auseinandersetzung fördert, die wie wir ja wissen von größter Notwendigkeit ist, da sie Anleitung zur Praxis ist.

Es besteht sicherlich ein Bedürfnis und es mag ein Erfordernis sein punktuell eine Zusammenarbeit entsprechender Gruppen anzustreben. Nichtsdestotrotz darf eine Zusammenarbeit eine unakzeptable Position nicht ignorieren. Wirksames Handeln ist mit herrschaftsstützenden oder menschenverachtender Organisationen eh nicht möglich. Distanzierung!!!! Mittels des Infoladen kritische Zusammenarbeit ansteuern, bietet die Chance ein bloßes Nebeneinander zu überbrücken. Innerhalb des Infoladen, sollen die Organisationen die Vereinsprofilierung jedoch zurückstellen und umso mehr auf Zusammenarbeit setzen, wenigstens der Sache wegen. Bezüglich der Planung diverser Aktionen, ich denke da z.B. an die Irakdemo im Februar, ist die Mitarbeit von Parteien durchwegs erwünscht, ein Mitbestimmungsrecht hingegen bleibt dabei weniger sinnvoll (schöne Grüße an Kersch).

Die gesellschaftlichen uns im Prozess der Sozialisation anerzogenen Dominanzstrukturen sollen intern weitestgehend ausgemerzt werden, was natürlich voraussetzt dass diese sogenannten Dominanzstrukturen erst einmal sichtbar gemacht werden müssen. Klassische Rollenverteilungen, Dominanzstrukturen… sollen folglich thematisiert werden um anschließend praktische Schlüsse zu ziehen. Verhaltensänderungen müssen also angestrebt werden, u.a. sollen die Menschen zur Konsequenz (Anspruch und Wirklichkeit müssen nahe beieinander liegen) herangezogen werden.

Autonomie und Selbstorganisation müssen erlernt werden. Mit dem Infoladen soll ein Freiraum geschaffen werden, in welchem selbstdenkende und autonom handelnde Menschen innerhalb einer gleichberechtigten Gruppe zur Eigeninitiative angespornt werden sollen. Der Infoladen ist demzufolge kein Ort zum orientierungslosem Herumlungern, sondern individuell-spontanes Handeln sind erwünscht. Ideelle Ziele sollen ausgearbeitet werden, radikale Forderungen formuliert werden… Es ist wichtig dass nach und nach jedeR sich einbringt, denn Menschen ohne Sinn für Eigeninitiative und ohne Meinung, bringen bedauerlicherweise andere wiederum dazu Anweisungen zu erteilen, wenn auch aus einer positiven Grundeinstellung heraus.

Alarmierend ist vor allem der Fakt dass der Infoladen durch unflexibles Handeln glänzt, infolge (wenn auch nicht nur) nichtbestehender oder undemokratischer Kommunikationsstrukturen (so z.B. erfolgt vieles über das Internet, dementsprechend viele von den Prozessen ausgeschlossen werden)

Andere Kommunikationsmittel müssen auch überdenkt werden um verspätete Reaktionen, bzw. Stellungnahmen zu vermeiden. (Hier wirft sich auch die Frage auf inwiefern die Nicht-Aktualität der Queesch ein Problem ist)

Gruppeninterne Prozesse und Gruppenharmonie sind wichtig, allerdings sollten diese nicht auf Kosten von Inhalt, Wirkung und Strategien der politischen Ziele und Arbeit geschehen. Der Infoladen Trier hat in diesem Zusammenhang in der Broschüre „Ihre Lügen im Visier“ folgende passende Aussage formuliert: [...] „Dahingegen wollen wir Menschen, die sich nicht nur punktuell ab und zu, sondern kontinuierlich und immer wieder neu einbringen, und für die politische Arbeit mehr als bloße Freizeitbeschäftigung ist. Dass persönliche Bedürfnisse hier genauso berücksichtigt werden müssen wie die Anforderungen, die für eine beständige politische Arbeit nötig sind, ergibt sich konsequenterweise aus der dialektischen Forderungen nach Selbstbestimmung und Kollektivität.“[...]

Schlusswort Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht;

Sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Seneca Noch einmal Zusammenfassend möchte ich an dieser Stelle daraufhin hinweisen, dass in diesem Abriss weder endgültige Analysen ausgearbeitet wurden, noch Rezepte verfasst wurden. Der Ton ist mir wohlbewusst teils polemisch, teils provokativ gehalten; womöglich werden sich so die meisten am weiteren Verlauf beteiligen. Ich beabsichtigte aufgrund dieses Informationsblattes eine konstruktiv kritische und fruchtbare Debatte anzuzetteln, infolgedessen wir auf eine effektivere und fortwährend in Frage gestellten Praxis zu führen vermögen. Auf keinen Fall soll diese über das Medium des Internets geführt werden, sondern in den Räumlichkeiten des Infoladen selbst. Vermutlich sollte sich sogar eine regelmäßig zusammenkommende AG bilden, bei deren Treffen Missstände aufgedeckt werden und zum Teil sichtbar gemacht werden, um diese wiederum in weiteren unabhängigen Treffen, sich an ein größeres Publikum wendend, fortzuführen und Schlüsse für die weitere Praxis zu treffen. Katharsis!!! Dennoch denke ich dass den meisten LeserInnen nun klar geworden ist dass der Infoladen, im Verständnis einer libertären Öffentlichkeitsstruktur, jegliche Unterdrückungsmechanismen, einschließlich ihrer biologistischen Begründungsmuster…, bekämpft und Alternativen entgegensetzt und zudem gesamtgesellschaftliche Fragestellungen für sich begreift (logischerweise ohne Schwerpunktarbeit auszuschließen), angefangen im zwischenmenschlichen Bereich bis hin zu allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen. Ersichtlich werden wir es also kaum bei Einzelzielen belassen, sondern uns bemühen, diese immer wieder in einen gesamtgesellschaftlichen Bezug zu stellen. Der Infoladen, als politische Gegenstruktur, garantiert zum Einen die Autonomie der Teilgruppen, zum Anderen werden hier soziale Lernprozesse erlernt, welche teils der bürgerlichen Norm- und Wertgesellschaft diametral gegenüberstehen. In ein herrschaftsfreie Gesellschaft führen diverse Wege, der Infoladen hingegen wird es anstreben das Verhältnis zwischen militanten und nicht-militanten Aktionen taktischer zu gestalten. (Sabotage, Störaktionen, Demos…) Unterdrückung funktioniert nur wenn es keine Alternativen gibt. Lang lebe der Infoladen

Euer Hassan (Fédération Anarchiste)

Filed under: PapierQueesch,Queesch Nr. 3 — Tags: — Queesch - 13 March 2003 15:34

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