von unserem Korrespondenten Joël in Wien

Seit Donnerstagabend ist hier in Wien das Audimax der Hauptuni besetzt. Wie das anscheinend bei Protesten jetzt üblich ist, habe ich zuerst durch twitter davon erfahren. Unter dem Account @unibrennt twittern die Besetzer, unter dem Schlagwort #unibrennt gab es sofort Meinungen und weitere Meldungen zu dem Protest, der überhaupt sehr multimedial aufgebaut ist. Erster Anlaufpunkt ist natürlich die die offizielle Seite und der livestream aus dem Audimax. Auch an der TU in Wien und den Uni in Graz und Turin kam es zu Protestaktionen, so wurde die Vorklinik in Graz z.B. besetzt. Das Onlineportal der Zeitung “Der Standard” bietet momentan einen guten Überblick über die Situation in Österreich. Weitere gute Quellen sind die Seiten indymedia.at und freiebildung.at
Da ich leider von Donnerstag Abend bis gestern Abend in Luxemburg verweilte, konnte ich mir noch kein Bild der Situation von Ort machen, es wird aber berichtet, dass die Stimmung gut sei. Auch die luxemburgische Studentenvertretung UNEL erklärte sich solidarisch und beteuerte nochmal, dass Bildung keine Ware sein darf.
Update Donnerstag: Am Mittwoch gab es eine Demo mit bis zu 50.000 Teilnehmern, die friedlich und sehr laut zwei Stunden durch Wien ging und ein unübersehbares Zeichen setzte, dass diese Bewegung nicht nur ein “paar Randalierer” im Audimax sind.
Heute Donnerstag wurde in der Muthgasse in Anwesenheit von Bundesminister für Wissenschaft Hahn ein neues Gebäude der Universität für Bodenkultur eröffnet. Natürlich wurde auch hier protestiert: Ein Aktionstheater, das aufzeigte wie sich Studenten durch Zugangsbeschränkungen (dargestellt durch einen menschlichen Trichter) und über Bildungshürden zwängen müssen, um sich genormt, Bologna-konform (dargestellt durch Klarsichtfolie, in die die Studenten eingewickelt wurden) und mundtot (Klebeband) von der Obrigkeit brieseln zu lassen (dargestellt durch die stumme Anwesenheit von rund 80 Studenten in der Aula der Muthgasse). Diese Aktion war ein voller Aktion und zeigte die Stärken von kreativem Protest.
Die Forderungen der Studierenden nach dem Klick. (more…)