…fir e Freiraum an der Staat

Am Freitag um 18h wurde in der Stadt Luxemburg ein seit zahlreichen Jahren leerstehendes Haus besetzt. Etwa 40 Menschen trafen sich dort, es gab Musik, Essen, Getränke und viel Diskussionsstoff. Das Treffen sollte nicht einzig dem Grund dienen gemeinsam zu feiern, sondern hatte als Ziel hier einen neuen selbstverwalteten Freiraum in Luxemburgstadt entstehen zu lassen. Die Initiative „Freespace Luxembourg“ wurde am Anfang dieses Jahres ins Leben gerufen um sich einen Freiraum in der Stadt zu erkämpfen. Unterschiedlichste Menschen sind hier aktiv, eins haben aber alle gemeinsam, sie möchten Raum schaffen für Projekte, Ideen und Austausch die nicht kommerziellen Zwecken dienen soll, wo sich jede_r Interessierte einbringen kann und mitmachen darf, ein Platz der frei von Ausgrenzung und Hierarchien ist, wo Ideen in kreativer Zusammenarbeit verwirklicht werden können. Konkrete Umsetzungen einiger Ideen fanden auch bei der eintägigen Streetparty (12.7.2011, place des bains) statt, so ein Umsonstladen, vegane Volxküche, eine alternative Bibliothek. Außerdem vorstellen kann man sich Lesungen, Filmvorführungen, Diskussionsabende, Workshops, Konzert- und Proberaum, und so weiter… Hier soll kein vorgefertigtes Projekt diktieren was wann passieren soll und muss, sondern ein freier Ort entstehen der für alle Individuen oder Initiativen offen steht und autonom, von all jenen die sich aktiv einbringen möchten, verwaltet wird.
Das Haus wurde um 3h nachts durch einen, vom Besitzer angeleiteten, Polizeieinsatz geräumt. Dieses Vorgehen ist bedauerlich, denn jetzt bleibt das Haus weiterhin unbenutzt.
Die Besetzung soll sogleich als Protest verstanden werden, denn in unserer Hauptstadt stehen etliche Gebäude langfristig leer und die Immobilienspekulation floriert. Kauf- wie auch Mietpreise werden künstlich in die Höhe getrieben damit sich eine Minderheit auf Kosten der Mehrheit bereichern darf. Die Innenstadt ist komplett nach kapitalistischer Verwertungslogik konzipiert, es gibt weder einen Raum für nicht-profitorientierte Veranstaltungen noch für Menschen mit wenig Kaufkraft oder Andersdenkende, die nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen wollen. Luxemburg ist die einzige europäische Hauptstadt (und einziges europäisches Land), wo es keinen solchen Freiraum gibt. Die Forderung ist klar: In einem dieser zahlreichen leerstehenden Gebäude soll alternative Kultur entstehen und leben!!
Filed under: activism,free spaces — Tags: , , — natascha - October 11, 2011 5:11 pm

Trenner

No Comments

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, the comment form is closed at this time.