Sexistische Werbung stellt Wirksamkeit von freiwilligen Selbstverpflichtungen des Werbesektors in Frage
Das Fraueninformationszentrum Cid-femmes hat diese Woche bei der “Commission luxembourgeoise pour l’éthique en publicité (CLEP)” Beschwerde gegen die sexistische Werbung der Firma Decorzenter Geimer SA eingelegt.
Die CLEP wird aufgefordert, sich im Rahmen ihrer Kontroll- und Aufsichtsverpflichtung dafür einzusetzen, dass diese diskriminierende Werbung umgehend abgesetzt wird. Gleichzeitig verlangt das Cid-femmes von der CLEP bei der Auftrag gebenden Firma sowie beim Point 24 auf die Einhaltung deontologischer Kriterien zu drängen. Eine Beschwerde, die das Cid-femmes direkt an die Firma richtete, blieb bislang ohne Reaktion.
Der Fall stellt erneut die Wirksamkeit freiwilliger Selbstverpflichtungen des Werbe- und Mediensektors in Frage.
In einer Anzeige, erschienen zuletzt am 11.2.2011 im Point 24, bedient sich diese Firma der sexistischen und diskriminierenden Darstellung der Frau, um für Bodenbeläge zu werben.
Die Darstellung der in “williger Pose” am Boden liegenden Frau provoziert zweifach:
Zunächst erfolgt eine augenscheinliche Gleichstellung der Frau mit Bodenbelag: auf Frauen darf man also treten. Diese Message wird dadurch unterstützt, dass die abgebildete Frau sich gar den Kopf mit den Händen schützt, als würde Gewalt gegen sie ausgeübt.
Das allzeit sexuell verfügbare Objekt Frau, das – wie der Text es deutlich vorgibt – für ein sinnliches Erlebnis auf Parkett einer Speise gleich “serviert” werden soll.
Hinzu kommt der systematische Gebrauch des weiblichen Körpers, völlig ohne Bezug zum beworbenen Produkt, erniedrigt Frauen, indem sie zu sexuellen Objekten degradiert werden. Gleichzeitig beleidigt diese Art Werbung aber auch Männer, denen sie Intelligenz und ehrliche Gefühle abspricht, und deren Verhalten sie stattdessen auf sexuelle Triebhaftigkeit reduziert.
“Der menschliche Körper ist keine Ware und wir wenden uns gegen sexistische Werbung, weil sie in manipulierender Weise Frauen und Männer in Geschlechterklischees gefangen hält.
Ohne Begrenzung trägt diese Werbung auch bei zu Gewalt an Frauen. Angefangen von suggerierter Verachtung von Frauen führt der Prozess zu Verharmlosung von Pädophilie, Pornographie und körperlicher Gewalt. Genau dagegen setzen wir uns als Frauenorganisation zur Wehr.”
