Iron and Wine – Live @ Kulturfabrik Esch

Understatement für Fortgeschrittene, präsentiert von Sam Beam alias Iron and Wine.
Ein bärtiger Mann im nicht sonderlich gut sitzenden Anzug steht auf der Bühne, begleitet von nichts als seinen zwei Gitarren, vor ihm ein hochgradig andächtiges Publikum.

Der Künstler stimmt ein, die Gitarre in der Hand, macht von ihr jedoch zunächst keinen Gebrauch. Da steht er und singt, aus der Menge kein Geräusch, alle lauschen, vollkommene Stille. Es ist ganz klar eine Kunst für sich, das Publikum auf eine solch simple und unscheinbare Weise an sich zu binden.

Doch Sam gibt sich nicht als groß und geheimnisvoll, vielmehr sympathisch und publikumsnah:
„Since I’ve never been here before…Do you know more of the old or the new songs?“, Spontaneität und Offenheit kommen zu Tage. Auch wenn das Publikum sich weniger auf eine Antwort einigen kann: Zuneigung ist dem Künstler hier sicher.

Es folgt über eine Stunde ruhiger, atmosphärischer Musik von einem Mann, der – so ein Kommentar aus dem Publikum – zum Musiker geboren zu sein scheint.

Er lässt ein bisschen Songs von seinem wohl gekonntesten Album „The Shepherd’s Dog“ vermissen. Die zwei die er gespielt hat wurden noch im Intro beklatscht, somit hätte man eigentlich noch weitere folgen lassen sollen. Insgesamt jedoch wurde ein guter Mix aus älteren, neueren und ganz neuen Songs vorgelegt, wobei das Hauptaugenmerk auf letzterem lag. Ganz klar, dass neue Stücke präsentiert werden müssen. Das Publikum allerdings hätte wohl eher ihm bekannte Lieder bevorzugt, so mein Eindruck.
„The Shepherd’s Dog“ zum Beispiel hätte ein wenig mehr Rhythmus reinbringen können in die Abfolge doch sehr ähnlich klingenden Folksongs.
Alles in allem war es gut, dass es ein „Seated Concert“ war, die ruhigen und gefühlvollen Stücke des Musikers führten nicht gerade zu Energieschüben, dafür jedoch zu wohligen, emotionalen und wahrlich schönen Momenten. Sein Humor und seine bewusst arrangierte Konversation mit dem Publikum sorgten durchweg für die Wahrung der Aufmerksamkeit sowie zu immer steigender Sympathie. So geht der Künstler immer vor auf seinen Konzerten, trotzdem fühlt man sich im Publikum individuell angesprochen und mit einbezogen.

Wir hoffen, Sam behält mehr in Erinnerung und nicht lediglich die auffällig sauberen Straßen. Denn hier scheint er bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Einen wunderbar harmonischer Auftritt.

Filed under: Culture,Music,Uncategorized — Tags: , , , — Laura - September 22, 2010 5:28 pm

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