Aus dem Blätterwald

Haben sie’s gelesen?

Das “Punk/Hardcore/Underground”-Magazin TRUST (Nr 121/06) ist wie gewohnt überfüllt mit lesenswerten Beiträgen, was es nicht einfacher gestaltet den einen oder anderen Punkt hervorzuheben. Als sehr interessant aber betrachte ich den Leitartikel “I got my power”. Hier geht der Autor auf die Schulbildung ein und was dabei herauskommt wenn diese bereits Jahre hinter einem liegt. Ein Beitrag, der auch unser Hauptthema “Work/Buy/Die” voll trifft. Auszug: “(…) Ist jemandem auch noch aufgefallen, dass es meist immer nur noch um >Arbeit, Arbeit, Arbeit< geht? Als ob Arbeit das wichtigste im Leben wäre, keiner spricht mehr von Arbeit, die Spass macht, oder einen erfüllt (...)" Exzellent auch das Interview mit Aaron Stauffer, das auch einen Blick auf Internas der Band Seaweed (ggr.1988) erlaubt. Dies trifft aber auch auf das Interview mit Dan Fante zu, das Jan Röhlik via Mail ausarbeitete. Dan Fante, ein fünfzigjähriger Schriftsteller aus L.A. ist der Autor von "Chump Change", ein Buch das eine "verkrachte" Existenz beleuchtet und somit natürlich Themen wie Drogen und Alkohol anspricht. Man sollte diesen Beitrag gelesen haben, um zu verstehen weshalb die wichtigsten Wörter im englischen "Fuck it" sind.

Im neu erschienenen “Punk/Hardcore/Underground”-Magazin TRUST (Nr 122/01) handelt der Leitartikel mal wieder vom schnöden Mammon und warum “Mensch” sich damit abzufinden scheint, dass es ohne nicht geht. Besonders angetan war ich dann von >stone<'s Beitrag "Der zärtliche Zyniker", der sich einfach mal auf das eigene "ich" besinnt und dann doch im Grunde genommen jedem den Spiegel vorhält. Exzellent und ein Muss für Hardcore fans ist das Interview mit Mike Bullshit von "GO!", einer Hardcore-Band aus "big Apple" die sich ende der 80er gegründet hatte und heute "leider" nur noch Legende ist. Interessant, aber vor allen Dingen aufschlussreich, das Interview mit der Punkrockband "Unfrisiert". Kennt ihr, das sind die netten Jungs von nebenan, die aus dem Probesaal... Klar gibt es neben vielen Beiträgen auch eine ganze Menge an Konzertinfos, Presserückblicke und Fotos. Solltet ihr das "Trust-Magazin" nicht in Ihrem Kiosk oder Buchladen finden, könnt ihr es bestellen. Nährere Infos hierzu gibt es unter http://www.trust-zine.de.

Das "Punkrock/Hardcore/Rock&Roll"-Magazin OX FANZIne (Nr 69/06) ist gleichfalls ein Leckerbissen. Viele Beiträge zu aktuellen Bands und solchen, die sich bereits ein “Nest” bauen konnten, lassen keinen Szenekenner kalt. Besonders der Beitrag über die “FLESHIES” hat mich überzeugt, und ich kannte diese Band nicht einmal. Doch das Interview hat mich zum Kauf von “Scrape the walls” animiert und das war eine höchst wertvolle Investition. Weitere Interviews behandeln die Bands “JAPANTHER”, “STRIKE ANYWHERE”, NEW MEXICAN DISASTER SQUAD”, und viele andere mehr… Viel Wissenswertes also aus der Szene. Aktuelles behandelt der Beitrag “Ausländer raus!” von Michael Klarmann. Hier wird erneut verdeutlicht, dass Abschiebehaft (ob nun in Deutschland oder anderswo) ein Verstoss gegen die Menschenwürde ist. In der Folgenummer “Punkrock/Hardcore/Rock&Roll”-Magazin OX FANZIne (Nr 70/01) hat es das Trio “Wild Billy Childish & The Musicians of the British Empire” aufs Titelblatt und in die CD geschafft! Es ist eigentlich auch egal ob ihr nun zuerst die Musik entdeckt oder euch Joachim Hillers Interview reinzieht, hauptsache ist, dass ihr es tut! Ein wohl kurzes aber hochwertiges Interview hatte Julia Gudzent mit Nagel (Bandmitglied von “MuffPotter”), der sein erstes Buch “Wo die wilden Maden graben” herausgegeben hat, und in welchem er seine Erfahrungen mit etwas Fiktion “gepimpt” hat. Hiernebst gibt es gute Beiträge zu “Napalm Death”, “Micragirls”, “No Dekade”, und, und, und. Auch der Bereich Buchvorstellung ist wie immer einen längeren Blick wert, da gibt’s ne Menge heisses Zeugs, das sich nicht nur auf’m Klo lesen lässt… Natürlich sind auch die Kolumnen ein wahrer Fundus. Ein Lesetipp also! Solltet ihr das “OX-Fanzine” nicht in Ihrem Kiosk oder Buchladen finden, könnt ihr es bestellen. Nährere Infos hierzu gibt es unter http://www.ox-fanzine.de.

Das Magazin “Titanic” behandelt wohl vorwiegend deutsche Polit-Themen, aber die Ausgabe vom Februar hat es dennoch mal wieder in sich. Nach den Unruhen in Bayern, wo sich die CSU entschieden hat, Edmund Stoiber in die Wüste zu schicken, hat es letzterer endlich wieder auf die Titelseite geschafft. Absolut lesenswert der Beitrag “Der Februar ist kein Nazi” von Stefan Gärtner. Seine “fällige Monatsbetrachtung” dürfte neben einigem Grinsen auch zum Nachdenken aninmieren. Da Deutschland die “Presidanse” in Europa übernommen hat, und Kanzlerin Angela zudem auch noch die neue Chefin der G8-Kommission ist, sollte der “Brennpunkt” eingehend studiert werden. Wer allerdings angst vor grauen Schläfen hat, oder erst gar keine Haare hat, die einem “zu Bierg” stehen könnten, der sollte sich erst die Bilder und dann den Text reinziehen. Also nichts wie zum Kiosk und die Februarausgabe einsacken, dann die nächstgelegene – möglichst heimelige – Kneipe aufgesucht und… naja den Rest kennen wir ja…

Weniger lustig, dafür umso informativer, das “Antifaschistisches Info Blatt“. Der Schwerpunkt der Winterausgabe beschäftigt sich auf zehn Seiten mit der neonazistischen völkischen Jugendarbeit im Geiste der Hitlerjugend. Im Beitrag: “Lager, Lieder, Lebensbund” ist zu erfahren, warum ältere Mitmenschen gerne den Spruch “Wehret den Anfängen” auf den Lippen tragen. Leider erscheint es einem als würde das braune Gedankengut wieder Anhänger und Mitläufer finden, und dies nicht nur vereinzelt. Da Luxemburg keine Insel ist und zuweilen auch Jugendliche hierzulande an solchen Ideen gefallen finden, ist dieses Thema (leider) ein Dauerbrenner. Lesen! Meinung Bilden! Kommentieren!

Die Publikationen, die in unserem “Blätterwald” behandelt werden sind im INFOLADEN (Kulturfabrik Esch) jedem interessierten frei zugänglich. Sollten hierin Beiträge sein, die sie, werte Leser, zu Kommentaren oder gar eigenen Beiträgen ermutigen, die Queesch-Redaktion hat ein offenes Ohr und zwei offene Augen für diese. Die besten Zusendungen werden dann gerne veröffentlicht.

Filed under: Queesch Nr. 17 — Tags: , , — Queesch - March 15, 2007 11:09 pm

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