Zur Sicherheit der Kapitalrenditen der fast nur westlichen Anteilseigner an
den Kriegsmaterial herstellenden und Rohrstoffe ausbeutenden Industrien
wird – nicht erst nach den Anschlägen auf die Twin-Towers – weiter massiv
aufgerüstet. Allein der Kriegshaushalt der US-Armee beträgt dieses Jahr 324
Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu : 80 Milliarden US-Dollar würden, nach
Berechnung der Vereinten Nationen, genügen um jedem Menschen auf dieser
Erde Kleidung, ausreichend Lebensmittel, sauberes Wasser, eine Ausbildung
und eine medizinische Grundversorgung zu garantieren.
Utopie konkret
Eine andere Welt ist möglich! Eine gewaltfreie Kultur der Solidarität und
der Kooperation kann das chaotische kapitalistische Ausbeutungssystem
ersetzen. Die Situation der Erde ruft nach einem radikalen Wandel in den
wesentlichen Bereichen des Lebens. Es braucht Forschungsplätze und konkrete
Erfahrungsräume, wo die geistigen und sozialen Bedingungen im Sinne einer
strukturellen Gewaltfreiheit erarbeitet, ausprobiert und entsprechende
Alternativen realisiert werden.
Schon seit Anbeginn des kapitalistischen Modernisierungs- und
Individualisierungsprozesses haben assoziative bzw. gemeinschaftliche
Lebensformen in kollektiver Selbsthilfe den psychischen, sozialen und
materiellen Folgekosten entgegenzuwirken versucht und versuchen heute
wieder verstärkt auch neue, alternative Formen des Zusammenlebens zu
finden. In der Rubrik Utopie konkret, wollen wir von dieser Ausgabe der
Queesch an Beispiele experimenteller Vergemeinschaftsformen (Kommunen,
Siedlungskolonien, Wohngemeinschaften, Genossenschaften, Ökodörfer, Soziale
Zentren, Selbstverwaltete Jugendhäuser, …) beschreiben, unsere
Erfahrungen und Hoffnungen austauschen, praktische Tipps geben um zu
motivieren konkret den Aufbau von Gemeinschaften als konkrete Lebensform
des Friedens zu betreiben.
Artikel vum Fismo
Interesse an alternativen Wohn-und Lebensgemeinschaften in Luxemburg?
Wenn ja, dann lasst uns zusammen in diese Richtung gehen. Nach den
Sommerferien wollen einige Leute aus dem Umfeld des Infoladens sich
regelmässig treffen um auch in Luxemburg gemeinschaftliche Projekte in
Luxemburg zu entwickeln und umzusetzen.
Um genauere Infos zu Daten an denen diese Treffen stattfinden werden zu
bekommen, schau unter www.act4wg.lu nach oder melde dich einfach bei uns:
gary@infoladen.lu und claude@infoladen.lu
Lasst uns die Welt gemeinsam ändern. Es wird Zeit…
Einen heißen Sommer der Anarchie erleben? Wenn du Aktivismus und Ferien
kombinieren willst, geben dir die nachfolgenden Sommercamps die
Gelegenheit dazu. Einige Leute aus dem Umfeld des Infoladens sind schon
dabei ihre Rucksäcke zu packen, wenn du Lust hast mitzukommen, melde dich
einfach bei den Kontaktpersonen.
14.-20. Juli: Widerstandscamp gegen das Endlagerprojekt im lothringischen
Bure. Infos unter http://membres.lycos.fr/burestop/
19.-28. Juli: NO BORDER NO NATION in Straßburg
In den letzten 4 Jahren hat es regelmässig sog. “Grenzcamps” an
verschiedenen Grenzen der EU gegeben, um gegen die staatliche Flüchtlings
und Abschottungspolitik zu protestieren. Dieses Jahr findet vom 19-28 Juli
ein internationales Camp in Strasbourg statt. (Strasbourg ist der Sitz des
europaweiten Überwachungsystems SIS). Wir zeigen einen Film vom letzten
Grenzcamp 2001 in Frankfurt, und wollen motivieren auch dieses Jahr wieder
für offene Grenzen zelten zu gehen. Mehr infos hierzu auch unter
www.noborder.org
Kontakt in Luxemburg: federationa@hotmail.com
20.07.-28.7. Sommercamp im Wendland
Die Gesellschaft zur Randgruppe erklären!
Zelten auf der Wiese der Utopie! Wie spät ist es? Zeit fürs Sommercamp!
1 Woche Zeit für selbstbestimmtes statt fremdbespaßtes Leben…
Diskutieren, lachen, tanzen, lagerfeuern, Gemüse schnippeln, entspannen,
Arbeitskreise (mit)machen und noch einiges mehr
…und darum treffen sich ich/Du/er/sie/es zum 6. Mal in Reddebeitz (bei
Lüchow) auf der Weide, die vom 20.- 28.7. unser Wohn-, Ess-, Arbeits-,
Schlaf”zimmer” sein wird.
Das Sommercamp ist selbstverwaltet, das heißt, dass alle gleichviel
Verantwortung, für alles, was passiert, tragen. Damit dass alles klappt und
kein Mensch übergangen wird, soll auf dem abendlichen Plenum alles wichtige
besprochen und entschieden werden.
Alle Aufgaben, die anfallen, werden gemeinsam und freiwillig gemacht:
schnippel, WCs putzen, Holz sammeln, Essen verteilen, spülen…. denn es
geht auch ohne Pflicht und Befehle!
Verpflegt werden wir beim Sommercamp vegetarisch/vegan, biologisch und
lecker (Rampenplan kocht)
Infos: www.sommercamp-im-wendland.de
Kontakt : claude@infoladen.lu
27.07.-3.08. Brioude (France)
Les XVIIIèmes rencontres internationales de jeunesses se tiendront cette
année en France, à Brioude. Des conditions idéales pour profiter d’une
semaine de discussions politiques et d’activités de loisirs. Ce sont plus
de 500 jeunes venus d’une quinzaine de pays d’Europe qui se rassembleront
pour échanger autour du thème de la mondialisation capitaliste, de ses
méfaits et des moyens de luttes à mettre en ouvre pour esquisser les
contours d’une autre société.
Infos : http://membres.lycos.fr/jcrred/
contact : gilram@infoladen.lu
3. – 11. August: Crossover Summer Camp in Cottbus
Wenn Du denkst, lebst und bist, dann bist Du willkommen!Wir gehen davon
aus, dass saemtliche Macht- und Herrschaftsverhaeltnisse aufs engste
miteinander verzahnt sind.Deshalb machen wir u.a. Nation, Patriarchat,
Kapitalismus, Heterosexismus, Antisemitismus und Rassismus in ihren
Verschraenkungen zum Thema.
Es geht uns dabei darum, neue Widerstandsperspektiven zu eroeffnen.
Das Programm fuer das Camp umfasst politische Aktionen, Performances,
Diskussionen, Theorieworkshops, Kuechenarbeit, Tanzen, Musik, Aufraeumen
und noch viel mehr.
Ziel des Ganzen ist, Leute aus unterschiedlichen politischen Richtungen
zusammenzubringen, Schnittstellen zu finden, neue Buendnisse zu schaffen,
an Interventionsformen zu arbeiten und damit neue Impulse fuer eine
radikale, emanzipatorische, libertaere, linke, antirassistische,
feministische… politische Praxis zu geben. Wir suchen noch
UnterstuetzerInnen und MitstreiterInnen. Ihr seid herzlich eingeladen ! Die
OrganisatorInnen
Infos: www.summercamp.squat.net
contact : sunini@infoladen.lu
Eine fette Tierrechtsaktion fand am Abend der Galavorstellung des Zirkus
Krone in-Lux-city statt. Es werden wohl über 30 Junge Menschen gewesen
sein, die mit Trommeln, Stelzen, und viel Kreativität auf die Tierquälerei
aufmerksam machten, denen viele Tiere in diesem Zirkussupermarkt ausgesetzt
sind. Zirkus ja, aber er sollte allen, also auch Elefanten und Löwen, Spaß
machen. Wie schön war es da zu sehen, dass einige Besucher ihre
Eintrittskarten kurzerhand zerissen.
Viel Spass machte auch das schon fast traditionelle Besetzen des
Armeestandes, dieses Mal auf der Frühjahrsausstellung.Über 2 Stunden
machten wir den Militaristen das Leben schwer indem wir reichlich Lärm
machten und auch mit einem Die-In auf das eigentliche Wesen jeder Armee
aufmerksam machten: Tot und Zerstörung. Peace Now!
Einige Aktivisten aus Luxemburg waren im einige hunderttausend Menschen
zählenden Empfangskommitee für “W” Bush in Berlin, die diesen
mit “Kuhtreiber statt Kriegstreiber” in seine texanische Wüste wünschten.
Stoppt das Bush-Feuer. Nie wieder Krieg!
Zum ersten Mai reiste die “Jugend fir Fridden an Gerechtegkeet” nach
Thionville um gemeinsam mit 10 000 anderen Antifaschisten gegen Le Pen und
die Faschisierung der Gesellschaft zu demonstrieren.A bas le Front
Nazional. Nous sommes tous des enfants d’immigrés.
Obgeliesenes
Obgeliesenes
Es ist die Position all jener, die weder “Optimisten” (“man braucht nichts
zu machen”) noch “Pessimisten” (“man kann nichts machen”),
sondern “Radikale” sind, die den rationalen Glauben an die Fähigkeit des
Menschen haben, der endgültigen Katastrophe entrinnen zu können. Dieser
humanistische Radikalismus geht an die Wurzeln und damit an die Ursachen;
er versucht den Menschen von den Ketten seiner Illusion zu befreien; er
postuliert die Notwendigkeit radikaler Änderungen , und zuvor nicht nur
unseres ökonomischen und politischen Struktur, sondern auch unserer Werte,
unserer Vorstellung von den Zielen des Menschen und unseres persönlichen
Verhaltens.
Glauben heisst wagen, das Undenkbare denken und dennoch innerhalb der
Grenzen des realistisch Möglichen handeln; Glauben ist die paradoxe
Hoffnung, den Messias jeden Tag zu erwarten und doch nicht den Mut zu
verlieren, wenn er zur festgelegten Stunde nicht kommt. Diese Hoffnung ist
nicht passiv und nicht geduldig; sie ist im Gegenteil ungeduldig und aktiv
und hält Ausschau nach jeder Möglichkeit, innerhalb des Bereichs realer
Möglichkeiten zu handeln. Am wenigsten ist sie passiv, wenn es um das
Wachstum und die Befreiung des eigenen Selbst geht. Sicher gibt es
schwerwiegende Einschränkungen für die persönliche Entwicklung, die durch
die soziale Struktur bedingt sind. Aber jene angeblichen Radikalen die
meinen, innerhalb der heutigen Gesellschaft sei eine persönliche Wandlung
weder möglich noch wünschenswert, benutzen ihre revolutionäre Ideologie als
Ausrede für ihren persönlichen Widerstand gegen eine innere Wandlung.
Die Situation der Menschheit ist heute zu ernst, als dass wir uns erlauben
könnten, auf die Demagogen zu hören – und am allerwenigsten auf alle jene
Demagogen, die von der Destruktion angezogen sind – oder jene Führer, die
nur ihren Verstand benutzen und ihr Herz verhärtet haben. Kritischens und
radikales Denken wird nur dann fruchtbar sein, wenn es mit der kostbarsten
Eigenschaft des Menschen vereint ist – mit einer Liebe zum Leben.
(aus: Erich Fromm, Studie zur Destruktivität des Menschen)
. Place à la magie !
Place aux mystères objectifs !
Place à l’amour !
Place aux nécessités !
. Au terme imaginable, nous entrevoyons
l’homme libéré de ses chaìnes inutiles,
réaliser dans l’ordre imprévu, nécessaire
de la spontanéité, dans l’anarchie
resplendissante, la plénitude de ses dons
individuels .
D’ici là, sans repos ni halte, en communauté
de sentiment avec les assoiffés
d’un mieux-être, sans crainte des longues
échéances, dans l’encouragemant ou la
persécution, nous poursuivrons dans la
joie notre sauvage besoin de libération
(extrait de REFUS GLOBAL, de Paul-Emile Borduas)
Queesch duerch den Gaart
Baptême
Me promenant souvent au bord de la musique,
Je vis un jour ses flots déposer à mes pieds
Une belle guitare ; et le sort habillé
De son manteau hasard, ce mécène pudique,
A sans doute voulu m’accorder ce scaphandre,
Appareil pour plonger dans l’univers des sons
Et, pour voir à travers, percé d’un trou mignon,
Parce que je chéris les calmes scolopendres,
Mille-notes rivés à l’acier des portées,
Qui, sans mots, m’ont confié l’endroit de la poterne
Menant à mon bonheur ; ces insectes hibernent
Jusqu’à ce qu’en riant vienne les ranimer
L’été d’un musicien. Dans l’élément sonore,
Pourvu d’une bouteille à airs joyeux et tristes,
Je trempe tout mon coeur, tandis que les touristes
Se trompent de bonheur, pour voir les madrépores
Cachés dans la musique il faut être profond.
Ô plage remplis-toi d’un public indigène
Des pays enchanteurs quand la mer est sur scène
Pour faire, onde pour onde, une immense audition !
Et qui sait condenser l’infini qui déferle,
Qui sait, comme la nuit, attraper une lune
Pour faire des marées notre langue commune,
Tout le monde l’appelle un vrai pêcheur de perles.
Daniel
Vocabulaire :
Le sort : 1. Das Schicksal 2. Der Zauber
Le mécène : Der Gönner
Pudique : 1. Keusch, sittsam 2. Plein de discrétion, de réserve
Le scaphandre : Der Taucher-, Raumfahrer-anzug
Le scolopendre : Der Tausendfüssler, le myriapode
La portée : 5. Die Notenlinien
La poterne : porte dérobée dans la muraille d’enceinte d’un château
Hiberner : Winterschlaf halten
Le madrépore : die Schwammkoralle
Indigène : eingeboren, einheimisch
Une audition : eine musikalische Aufführung
Condenser : 1. Verdichten, kondensieren 2. Bündig ausdrücken, zusammenfassen
Déferler : branden, fig. Niederprasseln, sich ergiessen
Les marées : Ebbe und Flut, die Gezeiten