Warum eine ehrliche Suchtprävention nicht mit Repression vereinbar ist

Dadurch, dass die Gesetzgebung in Luxemburg nicht sehr realistisch ist und sogar Menschen die nur gelegentlich Cannabis rauchen, Angst vor der Repression haben müssen, ist eine ehrliche Suchtprävention nur schwer möglich, da die Betroffenen nicht mit ihrem Problem an die Öffentlichkeit gehen können.

Daneben stehen aber, die der Realität entsprechenden Fakten, welche auch viele Cannabiskonsumenten kennen, und welche die meisten Cannabiskonsumenten dazu bewegen, die Repression nicht ernst zu nehmen. Diese Fakten sind z.B:

  • dass Cannabis weniger gefährlich ist als Alkohol und Nikotin, was bereits durch den im Juni 1998 vorgestellten Bericht von Pr. Bernard ROQUES im Auftrag des französischen Gesundheitsministeriums bewiesen wurde. Auch sprechen folgende Zahlen für sich: Jährlich sterben weltweit ca. 10 000 Menschen durch illegalisierte Drogen. Dagegen sterben an Tabak ca. 3 Millionen und an Alkohol ca. 300 000 Menschen, völlig legal.

  • Jeder zweite Polizist, der für eine Studie in Grossbritannien befragt worden ist, hat zugegeben, selbst schon Cannabis konsumiert zu haben. Das berichtet die Londoner Times. An der Umfrage der Joseph Rowntree-Stiftung nahmen 150 Beamte aus der Hauptstadt London und der Grafschaft Süd-Yorkshire teil. Etwa drei Viertel der Polizisten kritisierten, dass mit dem Verbot ansonsten gesetzestreue Menschen kriminalisiert werden. Die Mehrzahl der Beamten war der Meinung, dass das Cannabisverbot die Beziehungen zwischen der Polizei und jüngeren Leuten belastet, insbesondere bei Angehörigen ethnischer Minderheiten. Einmal wegen Cannabisbesitz Verhaftete seien weniger dazu bereit, bei der Aufklärung ernsthafterer Straftaten behilflich zu sein. aus Half Of Police Have Tried Cannabis [The Times (GB), 16.03.2002]

Dies sind jetzt nur zwei Fakten die zeigen wie sinnlos es ist Cannabiskonsumenten zu kriminalisieren, weitere Argumente und Fakten findest in dem Artikel speziell zum Thema Argumente.

DEE SAATZ MUSS ECH NACH ÄNNEREN SOUBAAL ECH WEES WEI DEEN ANEREN ARTIKEL IWWERT D’HAMMERARGUMENTER HEESCHT.

Da eine ehrliche Suchtprävention zu fördern, das erklärte Hauptziel von der „Initiativ fir eng tolerant Cannabispolitik“ ist, fordern wir vor allem eine Entkriminalisierung von Cannabis.

Auch vom Kiffen kann mensch Probleme bekommen!!! (nicht nur mit der Polizei)

Ich, der Autor des folgenden Textes, heisse Johny Diderich, bin 24 Jahre alt und koordiniere die „Initiativ fir eng tolerant Cannabispolitik“.

Ich bin süchtig nach Cannabis

Ich selbst bin süchtig nach Cannabis geworden, weil ich dachte, da Cannabis weniger gefährlich ist als Nikotin und Alkohol, kann ich davon auch nicht süchtig werden. Ich war aber nicht schlau genug, zu wissen, dass täglicher Cannabiskonsum früher oder später auch zur Sucht wird, was ja ziemlich logisch ist, wenn mensch bedenkt, dass ja auch dann täglich Nikotin konsumiert wird, denn ich drehe meine Joints mit Tabak. Aber ich bin jetzt nicht nur Nikotinsüchtig, sondern auch psyschisch abhängig von Cannabis.

Nach 4 Jahren (von 16-20 Jahre) exzessivem täglichen Cannabiskonsums (damals war ich sogar stolz, dass ich in einem Jahr, die Tage an denen ich nicht gekifft habe, mit einer Hand zählen konnte) habe ich dann festgestellt, dass ich gar nicht mehr anders kann, es auf jeden Fall sehr schwer ist mal einen Tag keine zu rauchen. Und die Angst vor Lungenkrebs und anderen Krankheiten, wird seit dem Tag immer grösser, ich habe sogar die Angst, dass es schon zu spät ist um wieder gesund zu werden.

Dass die jetzige Cannabispolitik, die am meisten Geld in Repression und die Kriminalisierung von Cannabis steckt, mir nicht viel geholfen hat, dürfte wohl jedem klar sein (das nur so als Bemerkung.)

Ich kenne 12jährige Kinder die kiffen…

…und ich weiss auch, dass die jetzige Cannabispolitik eher solche Fälle fördert als verhindert. Diese Initiative soll dazu beitragen, dass diese Kinder wenigstens ehrliche Informationen über die Folgen des Cannabiskonsums erhalten oder informiert werden wie sie verhindern können psychisch abhängig zu werden.

Darum kommen jetzt auf den nächsten Seiten Tips und Fakten über Cannabiskonsum und Cannabissucht:

Warum konsumiert mensch Cannabis?

Unterschiedliches Konsumverhalten: Cannabis wird in der Erwartung konsumiert, Verstimmungen zu beheben, Spannungen zu lindern, Genüsse des Hörens, Sehens, Fühlens und Spürens zu intensivieren oder eine andere Art des Denkens zu genießen. Zu unterscheiden ist der vernünftige Gebrauch, in dem das rechte Maß eingehalten wird, vom unvernünftigen Gebrauch, der bis zur akuten Intoxikation oder bis zum chronischen Exzess führt. Zu unterscheiden ist außerdem zwischen Anfängern, die ausprobieren, und erfahrenen Konsumenten, die präzise Erwartungen haben.
Anfänger empfinden Cannabis-Konsum als Abenteuer und Wagnis. Sie wissen nicht, worauf sie achten müssen. Sie kennen die feinen Zeichen des Rausches nicht und nehmen häufig zu viel. Der Konsum hat ihnen keine Lust gebracht, manchen sogar quälende Unlust. Dies erklärt, weshalb zwei Drittel derer, die Cannabis probieren, es bald wieder aufgeben.
Problematisch sind die gewohnheitsmäßigen Dauer-Konsumenten. Sie haben mit 23,5 Jahren nicht nur das niedrigste Durchschnittsalter, sondern auch am frühesten mit dem Konsum von Cannabis begonnen (Mittel: 15,9 Jahre). Sie konsumieren Cannabis bis zu viermal pro Tag, meist um sich vorübergehend aus Angst und Lebensnot befreit zu fühlen. Wer vor schädlichen Folgen des Cannabis-Konsums warnt, bezieht sich auf die Gruppe dieser exzessiven Konsumenten.
Erfahrene Cannabis-Konsumenten sorgen für hinreichend gute äußere Umstände und werden von den Wirkungen der Droge nicht überrascht. Wie es Alkohol-Genießer gibt, so gibt es auch Cannabis-Genießer. Die Forschungsergebnisse lassen es zu, auf einem vergleichbaren Niveau des Genusses den Cannabis-Rausch zu beschreiben.1

Folgen

Im Rahmen des gelegentlichen oder regelmäßigen Freizeitkonsums, selbst wenn er die Frequenz von zweimal pro drei Tagen erreicht, entsteht durch Cannabis keine Sucht und keine Abhängigkeit und ist mit gesundheitlichen Schäden nicht zu rechnen. Dieses Fazit der Wissenschaft steht fest.
Wird Cannabis exzessiv konsumiert, entstehen außer Toleranz-Erscheinungen keine Zeichen einer Sucht. Entsteht eine Abhängigkeit, kann sie leichter überwunden werden als beim Alkohol; denn die Entzugssymptome sind flüchtig und klingen innerhalb von Stunden, höchstens von Tagen ab. Es gibt keine somatischen Befunde von Belang.2

Daß sich im Zusammenhang mit starkem Cannabiskonsum auch Abhängigkeitsprobleme und andere psychische Komplikationen entwickeln können, ist unter erfahrenen Praktikern unstrittig und auch durch die Cannabisstudie des BMG (Kleiber 19979) gut belegt.

Durch die langjährig ideologisch geführte Debatte zum Thema Cannabis sind jedoch die Ergebnisse dieser Studie in erster Linie für eine Entdramatisierung und Versachlichung der Cannabisdebatte nützlich, denn ohne Zweifel sind Kiffer mit Problemen eher eine Minderheit. Man kann davon ausgehen, dass vergleichbar mit Alkoholkonsumenten ca. 5-10% der Cannabiskonsumenten Probleme im Zusammenhang mit dem Konsums entwickelt. Bei einer geschätzten Anzahl von 2,5 Millionen aktuellen Cannabiskonsumenten allein in Deutschland, ist die Zahl derjenigen, die mit Cannabis Probleme haben jedoch nicht gerade gering.

Beeinträchtigungen und Nebenwirkungen

Bei einer sehr hohen Dosis, insbesondere wenn Haschisch in grösserer Menge gegessen oder getrunken wird, kann es zu visionären Zuständen, lebhaften Imaginationen, zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen kommen.
Möglicherweise führt dies auch zu Kreislaufproblemen, Angstzuständen und Erbrechen.
Falls vor dem Konsum Ängstlichkeit, Bedrücktheit oder latente psychische Probleme vorhanden sind, können diese Probleme durch den Cannabisgebrauch verstärkt werden.
Starker und anhaltender Cannabisgebrauch kann psychische Erkrankungen begünstigen, jedoch nicht verursachen.
Ein langjähriger Cannabisgebraucher mit chronisch starkem Konsum erscheint möglicherweise apatisch, energie- und motivationslos.

Dieser Zustand ist jedoch nicht die Regel, liegt in der Persönlichkeit begründet und ist kein Indiz für ein cannabisbezogenes ‘amotivationales Syndrom’ (Antriebsverlust, Gleichgültigkeit, Leistungsablehnung).
Cannabisgebrauch beeinflusst während der Wirkungsdauer das Kurzzeitgedächtnis und verändert die Wahrnehmung.
Die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und das Bedienen schwerer Maschinen ist somit zum Zeitpunkt der akuten Wirkung eingeschränkt.
Das Rauchen von Cannabisprodukten birgt die gleichen Gefahren wie der Tabakkonsum.
Folgen eines langjährigen Gebrauchs können Bronchitis, Emphyseme und Lungenkrebs sein.
Folgende Personen sollten generell auf den Konsum von Cannabisprodukten aus gesundheitlichen Gründen verzichten:
Kinder und Heranwachsende, schwangere/stillende Mütter, Herz- und Kreislaufkranke, Lungenkranke, psychisch Erkrankte.
Generell gilt: Das Risiko einer Droge ist nicht absolut bestimmbar.
Es zeigt sich immer erst im Zusammenspiel von drogenspezifischer Wirkung, Persönlichkeitsfaktoren und sozialen Umfeldbedingungen.

Die Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit mit entsprechenden Entzugserscheinungen ist nicht gegeben. Unter Umständen kann jedoch bei einem täglichen, exzessiven Gebrauch eine psychische Abhängigkeit als Gewöhnung an die Drogenwirkung entstehen.
In der Regel ist Cannabis eine relativ leicht zu kontrollierende und regulierende Rauchsubstanz, die wenig Neben- und Nachwirkungen hat.

Depressionen bei täglichem Cannabiskonsum?

Einer australischen Studie zufolge (Victorian Adolescent Health Cohort Study)
kann intensiver Dauerkonsum von Cannabis das Risiko von Depressionen
vergrössern. George Patton vom Centre for Adolescent Health in Melbourne und
seine Kollegen untersuchten dafür den Cannabiskonsum von ca. 2000 Jugendlichen
über einen Zeitraum von 7 Jahren (von 14 bis 20). Zu regelmässigem
Cannabiskonsum bekannten sich im Alter von 18 Jahren ca. 7 Prozent der
Teilnehmer, weniger als 100 männliche sowie ca. 40 weibliche Jugendliche.
Weibliche dauerkonsumierende Jugendlichen waren häufiger von Depressionen
betroffen als die jungen Männer. Bei gelegentlichem Konsum konnte kein Einfluss
auf Depressionen festgestellt werden. Da der Teil der Studie, der sich auf
Depressionen bezieht, bisher weder in einer Fachzeitschrift noch in Buchform
veröffentlicht worden ist, sind keine weiteren Details verfügbar.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,183124,00.html

Victorian Adolescent Health Cohort Study Report: 1992 to 1998 [1999]
http://www2.harvestroad.com/cgi-bin/dpms/dpr.cgi/dpmsref54/copas/original/COHORT\
V2.doc

Thema: selbsthilfe, prävention

REGELN BZW: EMPFEHLUNGEN FÜR EINEN VERNÜNFTIGEN, RISIKOMINDERNDEN UMGANG MIT CANNABIS

Versuche, möglichst nicht tagsüber bei der Arbeit oder in der Schule zu konsumieren, sondern nur in der Freizeit (Kiffen reduziert Deine Konzentrationsfähigkeit)

Konsumiere nur, wenn Du ‘gut drauf’ bist, wenn Du Dich wohl fühlst. Cannabis verstärkt die jeweiligen Stimmungen…

Konsumiere maßvoll und nicht, um Deine Sorgen zu vergessen

Konsumiere nicht jeden Tag, mache Pausen, suche bewußt Gebrauchsgelegenheiten aus und belohne Dich nach besonderen Ereignissen selbst

Schaffe eine angenehme Atmosphäre und konsumiere in der Gemeinschaft von Freunden. Beim Erstkonsum wähle sorgfältig die Umgebung und die Mitkonsumenten aus

Stelle das Kiffen nicht in den Mittelpunkt, andere Dinge sind wichtiger (Freund/Freundin, Schule, Ausbildung, Beruf, Hobbys, Sport etc.)

Wechsele auch die Gebrauchsformen (Tee, Gebäck, Purpfeife, Bongs, Kawum etc.), hauptsächlich Joints mit viel Tabak sind auf die Dauer wegen der Schadstoffe (z.B. Teer) gesundheitsschädigend. Bedenke aber, bei Tee und Gebäck vorsichtig zu dosieren. Space Cakes (Haschkuchen) essen ist riskant, da meist die Dosis nicht bekannt ist. Also: Vorsichtig antesten und nichts nachlegen, da die Wirkung erst nach ca. anderthalb Stunden einsetzt.

Lasse den Rauch nicht zu lange in der Lunge, inhaliere nicht zu intensiv. Es ist nämlich ein Vorurteil, daß man nur so ‘stoned’ wird.

Gebrauche Cannabisprodukte nicht in Kombination mit Alkohol oder anderen psychoaktiven Drogen. Dies kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Verschiedene Drogen verstärken sich in ihrer Wirkung.

Achte jederzeit auf die Dosierung. Beim Erstkonsum reichen 0,2gr. Haschisch oder Marihuana aus

Sei Dir darüber im Klaren, daß es auch gestrecktes Haschisch im Handel gibt (Streckmittel: Henna, bestimmte Öle, Baumharze, Sand etc.). Langes Nachglühen beim Bröseln weist auf Streckmittel hin

Besorge Dir Dein Dope nur bei guten Bekannten oder baue es dir selbst zu Hause an. Minimiere das Risiko eines Strafverfahrens, indem Du nur geringe Mengen besitzt

Nach dem Kiffen – Hände weg vom Steuer

Bei Unwohlsein und zum Runterkommen: Trinke Vitamin C-haltige Fruchtsäfte, Zuckerwasser oder Cola und kühle Kopf, Nacken und Unterarme. Wenn Du Dich ängstlich, gestreßt oder beunruhigt fühlst, begib Dich in einen ruhigen Raum und bitte einen Freund/ eine Freundin bei Dir zu bleiben

Ein täglicher, intensiv – exzessiver Gebrauch birgt die Gefahr einer psychischen Abhängigkeitsentwicklung in sich.

HILFE BEI DROGEN – NOTFÄLLEN

Wenn jemand nach dem Kiffen (insbesondere in Kombination mit anderen Drogen wie Alkohol, Ecstasy, Pilze etc.) kollabiert – die Augen rollen nach hinten, Atemnot, kalter Schweiß, Koordinationsstörungen, Übelkeit – dann sorge schnell für frische Luft und absolute Ruhe. Bringe die Person in die stabile Seitenlage und kontrolliere Atmung/Puls.
Es gilt: Keine Panik, Ruhe bewahren und die betroffene Person nicht alleine lassen.Wenn Hilfe nötig wird, rufe einen Notarzt (Nummer 112) und beschreibe genau was vorgefallen ist und welche Drogen konsumiert wurden (der Arzt hat Schweigepflicht!).

INDRO e.V. Münster

Text & Inhalt:
Dr. Wolfgang Schneider
2.Auflage 2001



Falls Du Probleme mit dem Kiffen oder auch in anderen persönlichen Bereichen hast, wende Dich vertrauensvoll an die örtliche Drogenhilfe oder an andere soziale Einrichtungen wie z.B.:

CePT: Centre de Prévention des Toxicomanies

3, rue du Fort Wallis

L-2714 Luxembourg

e-mail : cept@ong.lu und Suchttelefon 49 60 99 (anonym 24/24St.)

oder

Jugend- an Drogenhellef

13 Grand-Rue 25, rue du Fort Wedell 4, rue des Charbons

L-9030 Ettelbreck L-2718 Luxembourg L-4053 Esch/Alzette

Tel: 81 91 22 Tel : 49 10 40 Tel : 54 54 44

oder

Life – die ecoCreActive Plattform

Johny Diderich


1 von Nedelmann, Dr. med. Carl :Drogenpolitik: Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg“;Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 43 vom 27.10.00, Seite A-2833

2 idem.

Filed under: PapierQueesch,Queesch Nr. 1 — Tags: , — Queesch - July 8, 2002 1:47 pm

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